Kurschus der Knieschuss

231122PC Kurschus – der Knieschuss

Mensch Mahler am 22.11.2023


Die Kirchen erledigen sich gerade selbst. Der Sinkflug ist dramatisch. Wirklich schlimm ist, dass die leitenden Personen diesen Vorgang massiv beschleunigen. Sie schießen sich quasi selbst ins Knie.

Womit wir bei der Causa Kurschus wären. Die 60igjährige Theologin ist Bischöfin der westfälischen Kirche und seit 2 Jahren Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Das muss offensichtlich einigen Menschen missfallen haben. Ein Fall, inzwischen verjährt, wird aus der Mottenkiste gezogen. Frau Kurschus war vor 25 Jahren nicht Vorgesetzte des Mannes, der des sexuellen Missbrauchs in kirchlichen Zusammenhängen beschuldigt wird. Sie war mit der Familie des Mannes befreundet und wusste von dessen homosexuellen Neigungen und „von ehelicher Untreue“, wie sie es selbst formuliert. Von sexuellen Übergriffen wusste sie nach eigener Aussage zu keinem Zeitpunkt. Auch war Kurschus nicht in kirchlicher Aufsichtsfunktion für diese Geschichte zuständig. 

Dennoch wurde sie nun dermaßen in die Enge getrieben, dass der freiwillige Rücktritt von ihren Ämtern der einzige Ausweg schien, um der EKD nicht noch mehr Schaden zuzfügen.

Nach ihrer Erklärung auf der Synode in Ulm wurde ihr fast uneingeschränkt Beifall gezollt. Anna-Nicole Heinrich. Präses der EKD, klatschte nicht. Sie zeigte sich im Gegenteil vom Applaus irritiert. Anna-Nicole Heinrich ist gewissermaßen der Gegenentwurf zu Annette Kurschuss: jung, ehrgeizig, modern, medienaffin.

Übrigens: Die Nachrückerin an die EKD-Spitze ist auch eine Frau: die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs, bisher Vize, übernimmt zunächst kommissarisch. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.


Eines weiß ich: die Kirchen schießen sich in der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gerade selbst ins Knie. Und tragen auf diesem Feld ihre persönlichen Machtkämpfe aus. Pfui Teufel. Die Menschen werden weiter entsetzt in Scharen weglaufen. 





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